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HEAT - das kleine Lexikon
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Abkühlen
Die Temperatur eines Werkstückes wird gesenkt, was in einen oder mehreren Schritten erfolgen kann. Es sollte das Mittel angegeben werden, in dem abgekühlt wird, z.B. Ofen, Luft, Gas, Öl, Wasser.
Abschrecken
Prozess, bei dem die Abkühlung schneller als an ruhender Luft erfolgt.
Es sollten die Bedingungen genau angegeben werden, unter denen abgeschreckt wird, z.B. Abschrecken in Gas (Gasabschrecken), Abschrecken in Öl (Ölabschrecken), Abschrecken in Wasser (Wasserabschrecken).
Anlassen
Prozess, der in der Regel nach dem Härten oder einer anderen Wärmebehandlung erfolgt, um geforderte Eigenschaftswerte zu erreichen. Ein- oder mehrmaliges Erwärmen auf eine vorgegebene Temperatur, die in der Regel <700°C ist, Halten auf dieser Temperatur und anschließendes zweckentsprechendes Abkühlen sind Bestandteil dieses Prozesses. Im allgemeinen führt das Anlassen zu einem Abfall der Härte, in einigen Fällen allerdings zu einem Härteanstieg.
Aufkohlen
Anreichern der Randschicht eines Werkstückes mit Kohlenstoff durch eine thermochemische Behandlung im austenitischen Zustand.
Es sollte das Mittel angegeben werden, in dem aufgekohlt wird, z.B. Aufkohlen in Gas (Gasaufkohlen), Aufkohlen im Plasma (Plasmaaufkohlen).
Austenit; γ-Mischkristall
Feste Lösung (Mischkristall) eines oder mehrerer Elemente im γ -Eisen, welches beim reinen Eisen zwischen 911 und 1392°C im stabilen Zustand vorliegt. Seine Kristallstruktur ist kubisch-flächenzentriert.
Austenitisieren
Wärmebehandlungsschritt, bei dem der Werkstoff zur Erzielung von Austenit auf eine entsprechende Temperatur gebracht wird.
 
Bainit
Ein Gefügebestandteil, der zwischen den Temperaturbereichen der Perlit- und Martensitbildung entsteht. In diesem Bestandteil ist Ferrit an Kohlenstoff übersättigt, wobei der Kohlenstoff teilweise als Carbide ausgeschieden ist.
 
Bainitisieren: Isothermisches Umwandeln in der Bainitstufe
Dieser Prozess besteht aus Austenitisieren und anschließendem Abschrecken auf eine Temperatur oberhalb der Martensitstarttemperatur (Ms) mit einer solchen Geschwindigkeit,
dass jegliche Bildung von Ferrit und Perlit vermieden wird, und Halten auf dieser Temperatur, um den Austenit teilweise oder vollständig in Bainit umzuwandeln. Das ansschlieflende Abkühlen auf Raumtemperatur unterliegt keinen besonderen
Vorschriften.
 
Carbonitrieren

Anreichern der Randschicht eines Werkstückes mit Kohlenstoff und Stickstoff durch eine termochemische Behandlung oberhalb 723°C. Er sollte das Mittel angageben werden, in dem carbonitriert wird. z.B. Carbonitrieren in Gas (Gascarbonitrieren), Carbonitrieren im Salzbad (Salzbadcarbonitrieren).

 

Direkthärten
Von der Aufkohlungs- oder Carbonitriertemperatur erfolgt das Härten durch Direktabschrecken. Gegebenenfalls erfolgt zuvor noch ein Abkühlen auf eine für das Härten am besten geeignete Temperatur.
 
Doppelhärten
Nach dem Direkthärten erfolgt ein zweites Härten von einer niedrigeren Temperatur.

Einfachhärten
Nach dem Abkühlen von der Aufkohlungs- oder Carbonitriertemperatur auf Raumtemperatur erfolgt das Härten.

Einsatzhärten

Prozess, bestehend aus Aufkohlen oder CarbonitrierenHärten. mit darauf folgendem

Einsatzhärtetiefe (CHD)
Die CHD ist der senkrechte Abstand zwischen der Oberfläche und der Schicht, deren Vickershärte HV1 = 550 beträgt. Andere Prüfkräfte und Grenzwerte dürfen nach Vereinbarung angewendet werden.

Erwärmen
Prozess nach dem ein Werkstück durch Anwärmen (Temperatur am Rand ist erreicht) und Durchwärmen (Temperatur im Kern ist ebenfalls erreicht) die vorgegebene Temperatur im gesamten Querschnitt hat.
Ferrit
Feste Lösung (Mischkristall) von einem oder mehreren Elemente im α-Eisen, welches bei reinem Eisen unter 911°C im stabilen Zustand vorliegt. Seine Kristallstruktur ist kubischraumnzentriert.
 
Härten
Prozess, der aus Austenitisieren und Abschrecken besteht, bei dem sich durch Umwandlung des Austenit in Martensit und gegebenenfalls in Bainit, eine Härtezunahme ergibt.
Halten
Abschnitt einer Temperatur-Zeit-Folge, in dem eine konstante Temperatur vorliegt. Angegeben werden muss, welche Temperatur gemeint ist, z.B. die des Ofens, der Werkstückoberfläche oder des gesamten Querschnitts.
Martensit
Er bildet sich durch eine diffusionslose Umwandlung des Austenits. Die Kristallstruktur ist wie beim Ferrit kubisch-raumzentriert. Sie ist aber im Gegensatz zum Ferrit an Kohlenstoff übersättigt. Daraus resultiert u.a. die bekannte Härtezunahme.
Martinsitstarttemperatur (Ms)
Temperatur, bei der die Martensitbildung beginnt.
Nitrieren
Anreichern der Randschicht eines Bauteiles mit Stickstoff durch thermochemische Behandlung.
Werden dem Mittel nennenswerte Anteile an Sauerstoff zugefügt, wird von Oxinitrieren gesprochen. Es sollte das Mittel angegeben werden, in dem nitriert wird, z.B. Nitrieren in Gas (Gasnitrieren), Nitrieren im Plasma (Plasmanitrieren).
 
Nitrierhärtetiefe (Nht)
Sie ist der senkrechte Abstand von der Oberfläche eines nitrierten oder nitrocarburierten Werkstückes bis zu dem Punkt, an dem die Härte einer festgelegten Grenzhärte (GH) entspricht.
Die Grenzhärte (GH) ist in der Regel als Vickershärte HV 0,5 festgelegt.
GH = (Ist-Kernhärte + 50) x HV 0,5 (jeweils auf 10 HV gerundet).
 
Nitrocarburieren
Anreichern der Randschicht eines Werkstückes mit Stickstoff und Kohlenstoff unter Bildung einer Verbindungsschicht durch thermochemische Behandlung. Es sollte das Mittel angegeben werden, in den nitrocarburiert wird, z.B. Nitrocarburieren in Gas (Gasnitrocarburieren), Nitrocarburieren im Plasma (Plasmanitrocarburieren).
 
Normalglühen
Dieser Prozess besteht aus Austenitisieren und anschlieflendem Abkühlen an ruhender Luft. Andere Medien mit entsprechender Abkühlungsgeschwindigkeit können verwendet werden.
 
Perlit
Ein Gefügebestandteil aus Ferrit- und Carbidlamellen der bei der Umwandlung von Austenit mit eutektoidischer Zusammensetzung gebildet wird. Die Bildungstemperatur liegt über dem Bereich der Bainitbildung.

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